Sitting around at school during my day off
Ich entschuldige mein abruptes Entschwinden von der Bildflaeche, doch ich bin weiterhin wohlauf und erfreue mich bester Gesundheit (vom zweiten Anflug einer fiesen Erkaeltung einmal abgesehen). Ungluecklicherweise versaeumte ich in meinem letzten Eintrag von meinem Umzug in eine Gastfamilie zu berichten, bei der ich nun drei Wochen gemeinsam mit Maike und Matthias in einem winzigen Zimmerchen gehaust habe, leider ohne Internet und daher ohne Lebenszeichen. Am Sonntag koennen wir dann nun endlich in unsere eigene Wohnung ziehen, worueber ich mich schon irrsinnig freue! Am 11.11., puenktlich zum Anbeginn der Narrenzeit, wird dann ein Mensch von Virgin vorbeikommen und uns Wireless Lan einrichten und spaetestens dann kann ich auch wieder regelmaessig ueber alles Kuriose und Famose, das ich hier erlebe, Kunde tun.
Den Job im Delikatessenladen habe ich letztendlich bekommen und seit drei Wochen arbeite ich dort nun auch schon recht fleissig. Fuenf Tage die Woche, acht Stunden am Tag. Ich schmiere Brote fuer hungrige Maeuler, sei es fuer den direkten Verzehr oder das Aufgebot im Kuehlregal zum Mitnehmen, braue koffeinhaltige Getraenke, sorge fuer adrett arrangierte Waren, wienere Geschirr, Boden und Waende bis alles blitzt und blinkt und fange an vor Begeisterung herumzuqietschen, wenn die Weihnachtslieferung das Lager mit deutschen Stollen, Zimtsternen und Lebkuchenherzen fuellt! Da huepft und quiekt das Kind und bekommt ganz strahlende Aeuglein.
Auch meine Mitarbeiter sind wirklich nett und international angehaucht: Leslie und Sebastien aus Frankreich, Sand aus Libanon, Liz aus Suedafrika und Georgina und Steven aus England. Ich bekomme so viel Kaffee und Tee wie ich mag und in meiner Pause kann ich fuer lau ein eigenkreiertes Sandwich verspeisen. Sehr zum Vorteile meines Geldbeutels!
Zudem stellt sich langsam die Frage, was man mit seiner Zeit um Weihnachten herum anfangen moechte. Am 25. und 26. Dezember habe ich gluecklicherweise ohnehin frei, da der Laden geschlossen ist. Nun muss ich nur hoffen, dass ich um diese Tage drumherum irgendwann frei bekomme, denn ich mag sehr gerne ein paar Tage zu meinen Eltern an den Tegernsee. Demnaechst weiss ich also hoffentlich mehr darueber.
Und nun wird jegliches Denken auf unseren Umzug am Sonntag gerichtet, worauf Maike, Matthias und ich schon sehnlichst zusteuern, endlich ein eigenes Zuhause, wo man sich zurueckziehen kann, sich wohlfuehlen kann! Kuschelige Abendstunden bei Tee und Gebaeck, nicht mehr laenger die Zahnbuerste vom Zimmer ins Bad und wieder zuruecktragen, eine angeschaltete Heizung, sauberes Geschirr im Wandregal und himmlische Ruhe in der Nacht ohne plaerrend lautes Telefongeschwaetz, das aus dem Wohnzimmer hervordringt. Sonntag Sonntag Sonntag!
Und bis ich mich wieder regelmaessig melden kann, wuensche ich allen fleissigen Mitleserinnen und Mitlesern herrliche Herbsttage! Bis demnaechst.
