Archiv für Oktober, 2008

Sitting around at school during my day off

Freitag, 31. Oktober 2008 at 16:35

Ich entschuldige mein abruptes Entschwinden von der Bildflaeche, doch ich bin weiterhin wohlauf und erfreue mich bester Gesundheit (vom zweiten Anflug einer fiesen Erkaeltung einmal abgesehen). Ungluecklicherweise versaeumte ich in meinem letzten Eintrag von meinem Umzug in eine Gastfamilie zu berichten, bei der ich nun drei Wochen gemeinsam mit Maike und Matthias in einem winzigen Zimmerchen gehaust habe, leider ohne Internet und daher ohne Lebenszeichen. Am Sonntag koennen wir dann nun endlich in unsere eigene Wohnung ziehen, worueber ich mich schon irrsinnig freue! Am 11.11., puenktlich zum Anbeginn der Narrenzeit, wird dann ein Mensch von Virgin vorbeikommen und uns Wireless Lan einrichten und spaetestens dann kann ich auch wieder regelmaessig ueber alles Kuriose und Famose, das ich hier erlebe, Kunde tun.

Den Job im Delikatessenladen habe ich letztendlich bekommen und seit drei Wochen arbeite ich dort nun auch schon recht fleissig. Fuenf Tage die Woche, acht Stunden am Tag. Ich schmiere Brote fuer hungrige Maeuler, sei es fuer den direkten Verzehr oder das Aufgebot im Kuehlregal zum Mitnehmen, braue koffeinhaltige Getraenke, sorge fuer adrett arrangierte Waren, wienere Geschirr, Boden und Waende bis alles blitzt und blinkt und fange an vor Begeisterung herumzuqietschen, wenn die Weihnachtslieferung das Lager mit deutschen Stollen, Zimtsternen und Lebkuchenherzen fuellt! Da huepft und quiekt das Kind und bekommt ganz strahlende Aeuglein.
Auch meine Mitarbeiter sind wirklich nett und international angehaucht: Leslie und Sebastien aus Frankreich, Sand aus Libanon, Liz aus Suedafrika und Georgina und Steven aus England. Ich bekomme so viel Kaffee und Tee wie ich mag und in meiner Pause kann ich fuer lau ein eigenkreiertes Sandwich verspeisen. Sehr zum Vorteile meines Geldbeutels!

Zudem stellt sich langsam die Frage, was man mit seiner Zeit um Weihnachten herum anfangen moechte. Am 25. und 26. Dezember habe ich gluecklicherweise ohnehin frei, da der Laden geschlossen ist. Nun muss ich nur hoffen, dass ich um diese Tage drumherum irgendwann frei bekomme, denn ich mag sehr gerne ein paar Tage zu meinen Eltern an den Tegernsee. Demnaechst weiss ich also hoffentlich mehr darueber.

Und nun wird jegliches Denken auf unseren Umzug am Sonntag gerichtet, worauf Maike, Matthias und ich schon sehnlichst zusteuern, endlich ein eigenes Zuhause, wo man sich zurueckziehen kann, sich wohlfuehlen kann! Kuschelige Abendstunden bei Tee und Gebaeck, nicht mehr laenger die Zahnbuerste vom Zimmer ins Bad und wieder zuruecktragen, eine angeschaltete Heizung, sauberes Geschirr im Wandregal und himmlische Ruhe in der Nacht ohne plaerrend lautes Telefongeschwaetz, das aus dem Wohnzimmer hervordringt. Sonntag Sonntag Sonntag!

Und bis ich mich wieder regelmaessig melden kann, wuensche ich allen fleissigen Mitleserinnen und Mitlesern herrliche Herbsttage! Bis demnaechst.

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von caroline

Alle Wege führen nach Summertown

Mittwoch, 8. Oktober 2008 at 21:39

Unverhofft kommt nicht selten oft! Leicht frustriert dank weiterhin ausbleibender Anrufe setzte ich mich am Montagnachmittag trotzig in den Bus nach Summertown, mir nichts als weiteres erfolgloses Abgrasen verschiedenster Ladenlokale in Aussicht stellend und marschierte ohne mich großartig umzublicken in das erste Geschäft hinein, an dessen Schaufenster ich einen Aushang mit der Aufschrift Vacancies erblickte. Hups, dachte ich, denn erst als meine Lippen die übliche Frage nach freien Vollzeitstellen formten, fiel mir überhaupt erst auf, wo ich eigentlich gelandet war. Hinter der Thekenvitrine lagerten allerlei Käsesorten, Oliven und andere Delikatessen, das Kühlregal offerierte weitere Spezialitäten, schräg gegenüber brummte geruhsam die große Kaffeemaschine und als mich eine der Angestellten in den hinteren Bereich des Ladens zum Manager führte, machte eine weitere Verkäuferin dem hibbeligen Kunden gerade ein beneidenswertes Sandwich zurecht. Der hervorschlüpfende Manager fragte mich einige allgemeine Dinge, drückte mir ein Bewerbungsformular in die Hände und wies mich an, auf einem der Hochstühle Platz zu nehmen und vor Ort alles in Ruhe auszufüllen. Er gab mir einen Stift und ich schrieb. Es kam mir vor, als vergingen Stunden, in denen ich die beiden Seiten durchlas und sorgsam meine Antworten notierte, als ich dann wieder zur hinteren Theke zurückkehrte und mir schon ein “Dankeschön, auf Wiesdersehen” ausmalte, war ich erstaunt, dass sich der mittelgroße Herr gleich alles aufmerksam durchlas und mir nach ein, zwei weiteren Fragen anbot am darauffolgenden Montag zum Probearbeiten vorbei zu kommen. Hatten meine Lauscher richtig vornommen - trial shift? Yes, they had! Mein Glück kaum fassend, purzelte ich aus dem Laden hinaus und belohnte mich erst einmal mit einem eisgekühlten Caramel Frappuchino bei Starbucks. Maike stand hinter der Kasse und ich konnte mir mein breites Honigkuchenpferdegrinsen kaum verkneifen. Endlich einen Schritt weiter!

von caroline

Stellengesuch im fortgeschrittenen Verzweiflungsstadium

Sonntag, 5. Oktober 2008 at 22:32

Let’s talk about my fifth week in Oxford. Neben Abenden in der Karaokebar oder im Salsa Club, klapperte ich tagsüber die halbe Stadt auf der Suche nach potentiellen Arbeitgebern ab, hinterließ hier meinen Lebenslauf, füllte da Application Forms aus und - nichts. Kein Anruf, keine eMail, garnichts. Das ist schon ziemlich deprimierend, gerade hinsichtlich der Tatsache, dass ich nur noch eine Woche Unterricht habe und danach eigentlich arbeiten gehen wollte. Und das ja auch der Sinn des Programmes ist, das ich hier mache. Mein momentan einziger Trost ist, dass es Matthias vor drei Wochen genauso erging und er letztendlich doch noch bei Starbucks untergekommen ist. Also weiterhoffen und weitersuchen, wenn sich niemand meldet.

Gestern war ich dann erstmals auf eigene Faust London erkunden. Am Morgen sprang ich spontan und mit einer Einwegkamera bewaffnet in den Bus und knapp zwei Stunden später stieg ich an der Victoria Station aus, von wo aus ich mir meinen Weg Richtung Buckingham Palace, Trafalgar Square, Big Ben, ein bisschen Chinatown und Oxford Street bahnte. Ich bekam einen herrlichen ersten Eindruck von einer imposanten, pulsierenden Metropole und entgegengesetzt meiner vorherigen Vorstellung war die Stadt garnicht so eklig überlaufen und überfüllt wie angenommen. Als ich die Themse entlangwanderte, begegneten mir nur vereinzelte Passanten, sehr angenehm! Wieder in Einkaufslädennähe war es dann natürlich doch etwas voller, aber ich störte mich nicht weiter an den strömenden Massen und verlor mich lieber zwischen Kleiderständern bei Topshop und Urban Outfitters (wo ich ein T-Shirt und die unten zu sehende Tasse erstand). Insgesamt hatte ich einen sehr feinen Tag, nur für meinen nächsten Ausflug wünsche ich mir auch eine nette Begleitung. :o)

Dank betändigem Dauerniesel hatte ich heute dann ein ausgesprochenenen Gammeltag. Das Zimmer ein wenig aufgeräumt, mich mit den vielen neuen Mitbewohnern unterhalten und Einkäufe erledigt. Und obwohl ich eigentlich kein großer Freund von löslichem Kaffee bin, wanderte nun doch eine Dose Nescafé in den Warenkorb. Der Cap Colombie schmeckte sogar garnicht mal so schlecht und erspart mir demnächst hoffentlich die viel zu teuren Ausflüge in diverse Coffee-To-Go-Lokalitäten!

von caroline