Archivfür die Kategorie 'Essen & Trinken'

Stellengesuch im fortgeschrittenen Verzweiflungsstadium

Sonntag, 5. Oktober 2008 at 22:32

Let’s talk about my fifth week in Oxford. Neben Abenden in der Karaokebar oder im Salsa Club, klapperte ich tagsüber die halbe Stadt auf der Suche nach potentiellen Arbeitgebern ab, hinterließ hier meinen Lebenslauf, füllte da Application Forms aus und - nichts. Kein Anruf, keine eMail, garnichts. Das ist schon ziemlich deprimierend, gerade hinsichtlich der Tatsache, dass ich nur noch eine Woche Unterricht habe und danach eigentlich arbeiten gehen wollte. Und das ja auch der Sinn des Programmes ist, das ich hier mache. Mein momentan einziger Trost ist, dass es Matthias vor drei Wochen genauso erging und er letztendlich doch noch bei Starbucks untergekommen ist. Also weiterhoffen und weitersuchen, wenn sich niemand meldet.

Gestern war ich dann erstmals auf eigene Faust London erkunden. Am Morgen sprang ich spontan und mit einer Einwegkamera bewaffnet in den Bus und knapp zwei Stunden später stieg ich an der Victoria Station aus, von wo aus ich mir meinen Weg Richtung Buckingham Palace, Trafalgar Square, Big Ben, ein bisschen Chinatown und Oxford Street bahnte. Ich bekam einen herrlichen ersten Eindruck von einer imposanten, pulsierenden Metropole und entgegengesetzt meiner vorherigen Vorstellung war die Stadt garnicht so eklig überlaufen und überfüllt wie angenommen. Als ich die Themse entlangwanderte, begegneten mir nur vereinzelte Passanten, sehr angenehm! Wieder in Einkaufslädennähe war es dann natürlich doch etwas voller, aber ich störte mich nicht weiter an den strömenden Massen und verlor mich lieber zwischen Kleiderständern bei Topshop und Urban Outfitters (wo ich ein T-Shirt und die unten zu sehende Tasse erstand). Insgesamt hatte ich einen sehr feinen Tag, nur für meinen nächsten Ausflug wünsche ich mir auch eine nette Begleitung. :o)

Dank betändigem Dauerniesel hatte ich heute dann ein ausgesprochenenen Gammeltag. Das Zimmer ein wenig aufgeräumt, mich mit den vielen neuen Mitbewohnern unterhalten und Einkäufe erledigt. Und obwohl ich eigentlich kein großer Freund von löslichem Kaffee bin, wanderte nun doch eine Dose Nescafé in den Warenkorb. Der Cap Colombie schmeckte sogar garnicht mal so schlecht und erspart mir demnächst hoffentlich die viel zu teuren Ausflüge in diverse Coffee-To-Go-Lokalitäten!

von caroline

Bella Italia

Donnerstag, 4. September 2008 at 19:16

Als ich am heutigen Morgen zu meiner ersten Zimmerbesichtigung nach Summertown aufbrach, bescherte mir der liebe Petrus alles andere als sommerliches Wetter, stattdessen leerte er eimerweise Regenwasser über meinem kapuzenbedeckten Köpfchen aus, was meine vierzig Minuten verfrühte Ankunft nicht gerade angenehmer machte. Leicht durchnässt spazierte ich dann in das Häuschen einer vierköpfigen Familie, die norwegische Hausherrin empfang mich freudenstrahlend mit ihren beiden Kindern, zeigte mir die Räumlichkeiten und freute sich noch mehr, als ich erwähnte, dass ich französisch spreche, da ihr Mann aus dem Franzosenlande stamme. Morgen und am Samstag habe ich noch zwei weitere Besichtigungen und ich hoffe, dass am Ende etwas passendes für mich dabei ist.

Und Unterricht hatte ich nun auch schon dreimal. Mein Lehrer Stefan ist ein amüsanter Kauz, ein Mann, der Mimik und Gestik perfekt einzusetzen weiß und jeden Tag aufs Neue schafft er es, seine Schützlinge mit den unterschiedlichsten Unterichtsmethoden für phrasal verbs oder compound adjectives zu begeistern. Sojemanden hätte man sich einst im staubtrockenen Schulunterricht gewünscht.

Gestern Abend traf ich mich dann mit Marta, einer italienischen Studentin und ihrer Freundin in der Stadt und suchten nach der besten Lokalität für cakes. Wir bejammerten uns gegenseitig über die schlechte Auswahl an guten Lebensmitteln (ich vermisse vor allem Käse, Joghurt und warum habe ich bisher noch immer keine einzige Bäckerei gefunden?) und schwärmten von italienischer Pasta. Hmjam, was gäbe ich gerade für einen großen Topf Nudeln! Ordentlich gesalzen und mit einer aromatischen Tomatensauce.
Heute Abend ziehen wir wieder los, diesmal auch mit Claudia aus Spanien, die am Samstag leider schon wieder die Heimreise antritt.

Für morgen habe ich mir vorgenommen, ein paar Bilder von meinem Zimmer zu machen, damit das Auge hier nicht verhungert. Aber vorher sollte ich vielleicht mal aufräumen…

von caroline