Archivfür die Kategorie 'fliegen'

Happy new year!

Sonntag, 4. Januar 2009 at 01:28

Liebste Leserschaft,

ein taufrisches neues Jahr steht vor dem Gartentörchen und möchte recht herzlich begrüßt werden! Deshalb: auf ein famoses, kunterbuntes, glückspendendes und einzigartiges 2009, das allen das bringen möge, was Männlein und Weiblein sich davon wünschen und erträumen!
Und wie gerne schmiedet man Pläne für das neue Jahr. Anfang Februar möchten Maike und ich (und Matthias, falls er ebenfalls frei bekommt), für drei Tage nach Schottland fahren, uns Edinburgh ansehen und die Highlands erkunden, worauf ich mich schon unheimlich freue! Falls wir es schaffen, möchten wir zu dritt auch noch Ausflüge nach Manchester und Liverpool unternehmen und sowieso gibt es noch so vieles auf dieser großen Insel zu entdecken.
Aber auch rückblickend waren die letzten Wochen alles andere als ereignisarm. Neben dem umfangreichen Weihnachtsgeschäft und einer Vielzahl verwunderlicher Kunden ließen meine Kollegen und ich es uns nicht nehmen, nach getaner Arbeit in den direkt gegenüber unseres Ladens gelegenen Pub zu purzeln und in amüsanter Runde alkoholische Blubbergetränke zu verköstigen, über alles mögliche zu plaudern und sich insgesamt noch besser kennen zu lernen. Mittlerweile ist mir diese bunte Truppe wirklich sehr ans Herz gewachsen und ich möchte keinen dieser Charaktere mehr missen!
Und noch weniger möchte ich meine beiden Mitbewohner nach meinem England-Aufenthalt wieder hergeben. Während anfangs vielleicht jeder eher mit einer Zweckgemeinschaft gerechnet hätte, erfreuen wir uns inzwischen harmonierender Dreisamkeit. Wir können zusammen Oxford unsicher machen oder einfach gemütlich die Tagesschau gucken, Großputz veranstalten oder die Küche zum Schlachtfeld erklären, lachen und weinen und erzählen und zuhören. Wenn Maike heimkommt und ein fröhliches Hello die Treppe hinaufschickt oder Matthias die Zimmertür einen Spaltbreit öffnet und Carol, rise and shine flüstert um mich aufzuwecken, dann fühle ich mich daheim.

Und zwar war ich über Weihnachten nicht daheim, aber wie jedes Jahr mit meinen Eltern am Tegernsee, nur mit dem einzigen Unterschied, dass ich dieses Mal nicht mit meinen Eltern, sondern seperat von England anreiste. Spannend und schlafraubend zugleich gestalteten sich Hin- und Rückreise, wobei mehr zweiteres in eine mittelschwere Odyssee ausatmete. Ein Kleinkind, das versehentlich als Erwachsener eingecheckt worden war, verursachte eine einstündige Versptätung meines Fliegers, ich verpasste den letzten Bus von Heathrow nach Oxford und nachdem ich, leicht konfus, dreimal die Untergrundbahn zum Paddington-Bahnhof gewechselt hatte, brachte mich dort, um 0.21 Uhr des bereits zweiten Tages im neuen Jahr, ein Zug zum angepeilten Bahnhof, aus dem ich nur noch müde auf ein Taxi zusteuerte, einen voll mit Heimatmitbringeln und bester Importware (Tee! Niveacreme! Zahnpasta von TheraMed!!) gepackten Koffer nur noch lieblos hinter mir herzerrend, und mich bis Summertown hochfahren ließ. Ein aufregender Abschluss einer wunderschönen Woche, die ich gemeinsam mit meinen Eltern in einem diesmal nicht allzu schneereichen Rottach-Egern verbrachte. Die Wiedersehensfreude war groß, meine Mutter drückte mir am Flughafen sogar ein Röschen in die Hand und dann hörten wir garnicht mehr auf, uns gegenseitig alles mögliche aus den letzten Tagen, Wochen und Monaten zu berichten. Weiterhin genoss ich Speis und Trank (ein Brezel pro Tag musste sein!), frische Seeluft, Münchner Großstadtatmosphäre, deutsche Tageszeitungen, Dinge, die es in England einfach nicht gibt (man wird hier ja sehr heimatverliebt und schreit schon frohlockend auf, wenn auf der Arbeit von Frankfurter sausages oder German mustard die Rede ist) und hatte einfach eine tolle und entspannte Zeit. Und gut war vor allem die Tatsache, dass ich nicht zu Hause in Wiesbaden gewesen bin, ansonsten wäre es mir vermutlich sehr schwergefallen, ein weiteres Mal Abschied nehmen zu müssen..

Ein wenig steckt die Reise noch in meinen Knochen und ein Blick auf die Uhr mahnt mich zum Licht ausknipsen, daher verabschiede ich mich nun fürs erste nach Lummerland und wünsche allen eine gute Nacht! Bonne nuit et à bientôt.

von caroline

Inselfieber

Dienstag, 2. September 2008 at 10:33

And finally she arrived successfully in the UK! Die ersten beiden Tage meiner Reise waren sehr aufregend und ereignisreich und um nichts auszulassen, beginne ich meine kleine Berichterstattung auch mit Tag 1. An diesem Sonntagmorgen fiel es schwer, das volle Müslischüsselchen genüsslich auszulöffeln, zu sehr kreisten meine Gedanken um den sich anbahnenden Flug und Abschied von den Eltern und vor allem über das, was da nun so kommen möge. Doch erst einmal im Flugzeug sitzend, konnte ich es kaum erwarten, dass es endlich losginge und so tat mir British Airways den großzügigen Gefallen, seine Maschine mit einer halben Stunde Verspätung loszuschicken. Nagut. Entschädigt wurde ich durch eine letzte Ansicht des Rhein-Main-Gebietes im Miniaturformat, ich erkannte sogar das Biebricher Schloss, grinste beim Anblick des sich dahinschlängelnden Rheins und war baff, als er sich gefühlte wenige Minuten später in einem riesigen Delta im Meer verlief. Und ein weiteres Mal staunte ich über London. Oh mein Gott ist London riesig.
An der Central Bus Station musste ich mich dann schweren Herzens von Grégory verabschieden, der mit mir geflogen war, mich die letzten Stunden glücklicherweise durchgefüttert hatte und für den es nun Richtung Northampton ging, seinem eigenen Abenteuer entgegen. So saß ich nun allein im Bus nach Oxford, Gebüsch am Straßenrand zog teilnahmslos an mir vorüber und dann drückte ich auch schon den roten Knopf und fand mich in der St. Clements Street wieder. Der warden meiner residence holte mich an meiner Bushaltestelle ab, wir überquerten die Straße und schon spazierte ich in mein neues Heim für die nächsten sechs Wochen hinein. Hierzu erzähle ich später noch mehr.
Erster Abend, erster Ausflug, zu Fuß einfach mal immer geradeaus und binnen zehn Minuten war ich in der Innenstadt. Und ich verliebte mich sofort! Dem Enthusiasmus zum Trotz fing es dann leider an zu regnen, meinen Regenschirm hatte ich natürlich im Zimmer liegen lassen und mir blieb nichts anderes übrig als umzukehren. Müde wie ich war, legte ich mich dann ziemlich früh ins Bett und verfiel in einen flachen Schlaf. Und bevor ihr nicht gleich einschlaft, springe ich jetzt erst einmal unter die Dusche und erzähle später weiter. Bye.

von caroline