Archivfür die Kategorie 'Heimat'

Wanderlust

Sonntag, 1. Februar 2009 at 01:18

Neulich verschlug es mich für zwei Tage nach York. Nach dreieinhalb Stunden Zugfahrt stieg ich bei herrlichstem Sonnenschein in einer atemberaubend schönen Stadt aus, in der ich mich von der ersten Minute an pudelwohl fühlte. Mein Weg führte mich entlang der Stadtmauer hin ins Zentrum, wo ich das Kunst- und das Castle Museum besuchte, mit großen Augen durch mittelalterliche Gässchen stapfte, bei Betty Kaffee trank und die 275 Stufen hinauf zum Aussichtsturm des Münsters bestieg, wo ich einen atemberaubenden Ausblick genießen durfte. Mein Herz hüpfte weiterhin, als ich auf dem Weg zu meiner Bleibe über Nacht an einer Vielzahl architektonischer Schmuckstücke entlangspazierte. Auch der Weg entlang des Flusses Ouse bereitete mir unheimlich viel Freude und ich kann nur sagen, dass ich wirklich tolle Tage in dieser Stadt verlebte!

Und puff, zog der Januar an mir vorüber. Und ich beginne bereits, die Zeit nach England zu planen. Ich denke, dass ich Mitte März meine Arbeit im Delikatessenladen beenden und bereits in der ersten oder zweiten Aprilwoche wieder nach Hause kommen werde. Denn wenn ich ehrlich bin, sehne ich mich nach der Heimat, auch wenn ich mich in Oxford wirklich sehr wohl fühle. Aber ich möchte auch, dass es wieder ein Stückchen weitergeht und will nicht an gleicher Position, am gleichen Ort zu lange verharren. Im Juni werde ich als freiwillige Helferin beim Deutschen Turnfest in Frankfurt teilnehmen und bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin habe ich mich ebenfalls als Volunteer beworben. Das wäre wirklich ein Traum, wenn das klappen würde. Ansonsten möchte ich mich wieder daheim nach einem Neben-, Teilzeitjob oder Praktikum umsehen und hoffe, dass ich das dann mit meinen mir vorschwebenden Reiseaktivitäten unter einen Hut bekommen kann. Und dann darf ich mich auch schon bald um einen Studienplatz bewerben. Das wird auch nochmal eine spannende Geschichte!

von caroline

Happy new year!

Sonntag, 4. Januar 2009 at 01:28

Liebste Leserschaft,

ein taufrisches neues Jahr steht vor dem Gartentörchen und möchte recht herzlich begrüßt werden! Deshalb: auf ein famoses, kunterbuntes, glückspendendes und einzigartiges 2009, das allen das bringen möge, was Männlein und Weiblein sich davon wünschen und erträumen!
Und wie gerne schmiedet man Pläne für das neue Jahr. Anfang Februar möchten Maike und ich (und Matthias, falls er ebenfalls frei bekommt), für drei Tage nach Schottland fahren, uns Edinburgh ansehen und die Highlands erkunden, worauf ich mich schon unheimlich freue! Falls wir es schaffen, möchten wir zu dritt auch noch Ausflüge nach Manchester und Liverpool unternehmen und sowieso gibt es noch so vieles auf dieser großen Insel zu entdecken.
Aber auch rückblickend waren die letzten Wochen alles andere als ereignisarm. Neben dem umfangreichen Weihnachtsgeschäft und einer Vielzahl verwunderlicher Kunden ließen meine Kollegen und ich es uns nicht nehmen, nach getaner Arbeit in den direkt gegenüber unseres Ladens gelegenen Pub zu purzeln und in amüsanter Runde alkoholische Blubbergetränke zu verköstigen, über alles mögliche zu plaudern und sich insgesamt noch besser kennen zu lernen. Mittlerweile ist mir diese bunte Truppe wirklich sehr ans Herz gewachsen und ich möchte keinen dieser Charaktere mehr missen!
Und noch weniger möchte ich meine beiden Mitbewohner nach meinem England-Aufenthalt wieder hergeben. Während anfangs vielleicht jeder eher mit einer Zweckgemeinschaft gerechnet hätte, erfreuen wir uns inzwischen harmonierender Dreisamkeit. Wir können zusammen Oxford unsicher machen oder einfach gemütlich die Tagesschau gucken, Großputz veranstalten oder die Küche zum Schlachtfeld erklären, lachen und weinen und erzählen und zuhören. Wenn Maike heimkommt und ein fröhliches Hello die Treppe hinaufschickt oder Matthias die Zimmertür einen Spaltbreit öffnet und Carol, rise and shine flüstert um mich aufzuwecken, dann fühle ich mich daheim.

Und zwar war ich über Weihnachten nicht daheim, aber wie jedes Jahr mit meinen Eltern am Tegernsee, nur mit dem einzigen Unterschied, dass ich dieses Mal nicht mit meinen Eltern, sondern seperat von England anreiste. Spannend und schlafraubend zugleich gestalteten sich Hin- und Rückreise, wobei mehr zweiteres in eine mittelschwere Odyssee ausatmete. Ein Kleinkind, das versehentlich als Erwachsener eingecheckt worden war, verursachte eine einstündige Versptätung meines Fliegers, ich verpasste den letzten Bus von Heathrow nach Oxford und nachdem ich, leicht konfus, dreimal die Untergrundbahn zum Paddington-Bahnhof gewechselt hatte, brachte mich dort, um 0.21 Uhr des bereits zweiten Tages im neuen Jahr, ein Zug zum angepeilten Bahnhof, aus dem ich nur noch müde auf ein Taxi zusteuerte, einen voll mit Heimatmitbringeln und bester Importware (Tee! Niveacreme! Zahnpasta von TheraMed!!) gepackten Koffer nur noch lieblos hinter mir herzerrend, und mich bis Summertown hochfahren ließ. Ein aufregender Abschluss einer wunderschönen Woche, die ich gemeinsam mit meinen Eltern in einem diesmal nicht allzu schneereichen Rottach-Egern verbrachte. Die Wiedersehensfreude war groß, meine Mutter drückte mir am Flughafen sogar ein Röschen in die Hand und dann hörten wir garnicht mehr auf, uns gegenseitig alles mögliche aus den letzten Tagen, Wochen und Monaten zu berichten. Weiterhin genoss ich Speis und Trank (ein Brezel pro Tag musste sein!), frische Seeluft, Münchner Großstadtatmosphäre, deutsche Tageszeitungen, Dinge, die es in England einfach nicht gibt (man wird hier ja sehr heimatverliebt und schreit schon frohlockend auf, wenn auf der Arbeit von Frankfurter sausages oder German mustard die Rede ist) und hatte einfach eine tolle und entspannte Zeit. Und gut war vor allem die Tatsache, dass ich nicht zu Hause in Wiesbaden gewesen bin, ansonsten wäre es mir vermutlich sehr schwergefallen, ein weiteres Mal Abschied nehmen zu müssen..

Ein wenig steckt die Reise noch in meinen Knochen und ein Blick auf die Uhr mahnt mich zum Licht ausknipsen, daher verabschiede ich mich nun fürs erste nach Lummerland und wünsche allen eine gute Nacht! Bonne nuit et à bientôt.

von caroline