Archivfür die Kategorie 'Wohnungssuche'

Ma troisième semaine

Sonntag, 21. September 2008 at 23:46

Unterrichts-Halbzeit. Drei weitere Wochen werde ich noch tagtäglich brav zur Schule pilgern und Grammatiklöcher in meinen Gehirnwindungen stopfen, bevor die englische Arbeitswelt auf mich wartet. Letzte Woche erhielt ich einige hilfreiche Instruktionen, wie ich mich bei einem Vorstellungsgespräch am besten verhalten sollte und wie ich mich optimal darauf vorbereite. Jetzt muss ich nur noch auf einen möglichen Arbeitgeber hoffen. Ich habe mich selbst schon ein wenig schlau gemacht, in der Innenstadt nach potentiellen Verdienstquellen gespäht und mir Stellenausschreibungen von Cafés und Schuhläden notiert.

Thema Wohnungssuche. Nachdem der Makler uns am Montag kurzfristig versetzt hat, haben Maike, Matthias und ich noch einmal das Haus in Summertown aufgesucht und so wie es aussieht, werden wir dort wahrscheinlich Anfang November einziehen. Die Lage ist wirklich super, nur eine zehnminütige Busfahrt vom Stadtzentrum entfernt und die lokalen Einkaufsmöglichkeiten sind zu Fuß erreichbar. Das finde ich gut. Ach, ich freu mich schon total auf meine erste WG!

Desweiteren habe ich ein Bankkonto eröffnet, mir eine englische SIM-Karte gekauft (allerdings noch nicht intalliert), allerorts Prozente beim Hosen- und Jäckchenkauf ergaunert und herausgefunden, wo ich die öffentlichen Toiletten in der Innenstadt finde. Und ich habe den Krieg gegen die Waschmaschine gewonnen, die sich meiner dreckigen Socken zuvor tagelang verweigerte. Hinter der Brotbox ist ein Schalter versteckt, den man einfach umlegen muss und dann funktioniert das Ding. So einfach ist das!

Der gestrige Kinobesuch (The Duchess) inspirierte mich dann heute zu einem Ausflug nach Woodstock zum Blenheim Palace, einem Schloss der Herzöge von Marlborough mit einer riesigen und wunderschönen Parkanlage, in der ich über zwei Stunden innerlich frohlockend umherspazierte, die wie frischgewaschen duftende Luft einsog und hier und da ein Foto von Wasserfällen, Schafen und Baumwipfeln knipste. Ich hätte ewig dort verweilen können. Eine wirklich schöne Exkursion, die ich in guter Erinnerung behalten werde.
Und nächstes Wochenende geht es hoffentlich nach Bath und Stonehenge!

von caroline

Wohnungen vom allerfeinsten

Dienstag, 9. September 2008 at 22:51

Man möchte meinen, es sei ein Kinderspiel, eine adrette Unterkunft in einem der Innenstadt nahegelegenen Vorörtchen ausfindig zu machen, doch Pusteblume…
Zunächst begab ich mich allein auf Zimmersuche (ich berichtete über meinen ersten Besuch bei einer vierköpfigen Familie in Summertown), fand mich bei einem 39 Jahre alten Herren in Headington wieder, der mir prophezeite, dass ich innerhalb der nächsten sechs Monate so aussehen werde wie er (aufgedunsen und ein strammes Bäuchlein vor sich herschiebend) und mich anschließend zum gemeinsamen Spagetthi-Essen verführen wollte. Stattdessen flüchtete ich aus seinen gesprächsgierigen Klauen (die zudem 490 Pfund monatlich aus meinem Geldbeutel zu fischen eiferten) und erfuhr Asyl am Ende der Welt (das sich übrigens Blackbird Leys nennt) bei einer netten Dame Ende zwanzig. Das Zimmerchen war hübsch, der Rest der Wohnung auch, doch irgendetwas ließ mich zögern, mich hier niederzulassen. Vermutlich die knapp vierzigminütige Busfahrt in die Innenstadt und munkelnde Stimmen, in Blackbird Leys sei es gefährlich für kleine Mädchen wie mich… Alsdann geschah es, dass die rettende Fee Rahel mir den Kontaktdraht zu ihren Klassenkameraden Maike und Matthias legte. Die Chemie stimmte, nur bedürfte es wohl weiterer Chemikalien in der trautseligen Hütte, die wir uns heute gemeinsam ansahen. Die Schlafzimmer: absolut ok, nur droht demnächst ein Kampf um die beiden größeren Schlafgemächer zu entbrennen. Das Bad: ein Desaster. Es schimmelt munter vor sich her. Aber vielleicht lässt sich da ja etwas machen. Die Küche: da reden wir nochmal drüber. Da muss einfach mal ordentlich sauber gemacht werden. Ich hoffe, der mir bis zur Hüfte reichende Kühlschrank reicht für drei Personen (hier in der residence hat bisher leider nur eine vereinzelte Flasche Milch von mir ein Plätzchen gefunden), ansonsten bin ich optimistisch. Das Wohnzimmer: da stand ein Wäscheständer herum. Das finde ich gut. Dass der Fernseher nur vier Programme empfängt, stört mich nicht. Ich glotz ja kein TV.
Aber ich denke, in the whole, das wird schon. Mädchen soll sich mal nicht so anstellen, es sind nur sechs Monate und hej, die beiden Mitsuchenden sind absolut cool! Ich freue mich schon auf berauschende Nächte, hihi.

von caroline