Archivfür die Kategorie 'Oxford'

Alle Wege führen nach Summertown

Mittwoch, 8. Oktober 2008 at 21:39

Unverhofft kommt nicht selten oft! Leicht frustriert dank weiterhin ausbleibender Anrufe setzte ich mich am Montagnachmittag trotzig in den Bus nach Summertown, mir nichts als weiteres erfolgloses Abgrasen verschiedenster Ladenlokale in Aussicht stellend und marschierte ohne mich großartig umzublicken in das erste Geschäft hinein, an dessen Schaufenster ich einen Aushang mit der Aufschrift Vacancies erblickte. Hups, dachte ich, denn erst als meine Lippen die übliche Frage nach freien Vollzeitstellen formten, fiel mir überhaupt erst auf, wo ich eigentlich gelandet war. Hinter der Thekenvitrine lagerten allerlei Käsesorten, Oliven und andere Delikatessen, das Kühlregal offerierte weitere Spezialitäten, schräg gegenüber brummte geruhsam die große Kaffeemaschine und als mich eine der Angestellten in den hinteren Bereich des Ladens zum Manager führte, machte eine weitere Verkäuferin dem hibbeligen Kunden gerade ein beneidenswertes Sandwich zurecht. Der hervorschlüpfende Manager fragte mich einige allgemeine Dinge, drückte mir ein Bewerbungsformular in die Hände und wies mich an, auf einem der Hochstühle Platz zu nehmen und vor Ort alles in Ruhe auszufüllen. Er gab mir einen Stift und ich schrieb. Es kam mir vor, als vergingen Stunden, in denen ich die beiden Seiten durchlas und sorgsam meine Antworten notierte, als ich dann wieder zur hinteren Theke zurückkehrte und mir schon ein “Dankeschön, auf Wiesdersehen” ausmalte, war ich erstaunt, dass sich der mittelgroße Herr gleich alles aufmerksam durchlas und mir nach ein, zwei weiteren Fragen anbot am darauffolgenden Montag zum Probearbeiten vorbei zu kommen. Hatten meine Lauscher richtig vornommen - trial shift? Yes, they had! Mein Glück kaum fassend, purzelte ich aus dem Laden hinaus und belohnte mich erst einmal mit einem eisgekühlten Caramel Frappuchino bei Starbucks. Maike stand hinter der Kasse und ich konnte mir mein breites Honigkuchenpferdegrinsen kaum verkneifen. Endlich einen Schritt weiter!

von caroline

Bonsoir

Samstag, 20. September 2008 at 00:11

Es etablierte sich eine akute Schreibfäulnis, aber ich hoffe, das lässt sich in den nächsten Tagen beheben, denn es gibt einiges zu berichten! Heute bin ich allerdings zu müde um das neuste vom allerneuste in appetitliche Häppchen zu portionieren, nur ein Bild von letztem Sonntag möchte ich nachreichen, denn da kam Grégory mich in Oxford besuchen und wir verbrachten einen wunderfeinen Tag zusammen:

Mehr demnächst!

von caroline

Persil in Pulverform sei Dank

Mittwoch, 10. September 2008 at 23:46

Heute war Wäsche waschen angesagt. Und so sieht das dann aus, wenn man eine kunstvolle Wäscheleine in seinem Zimmer improvisiert:

Bei den Wäscheklammern (clothes pegs!) hab ich dann aber doch geschummelt und einfach welche im Supermarkt gekauft.

von caroline

Wohnungen vom allerfeinsten

Dienstag, 9. September 2008 at 22:51

Man möchte meinen, es sei ein Kinderspiel, eine adrette Unterkunft in einem der Innenstadt nahegelegenen Vorörtchen ausfindig zu machen, doch Pusteblume…
Zunächst begab ich mich allein auf Zimmersuche (ich berichtete über meinen ersten Besuch bei einer vierköpfigen Familie in Summertown), fand mich bei einem 39 Jahre alten Herren in Headington wieder, der mir prophezeite, dass ich innerhalb der nächsten sechs Monate so aussehen werde wie er (aufgedunsen und ein strammes Bäuchlein vor sich herschiebend) und mich anschließend zum gemeinsamen Spagetthi-Essen verführen wollte. Stattdessen flüchtete ich aus seinen gesprächsgierigen Klauen (die zudem 490 Pfund monatlich aus meinem Geldbeutel zu fischen eiferten) und erfuhr Asyl am Ende der Welt (das sich übrigens Blackbird Leys nennt) bei einer netten Dame Ende zwanzig. Das Zimmerchen war hübsch, der Rest der Wohnung auch, doch irgendetwas ließ mich zögern, mich hier niederzulassen. Vermutlich die knapp vierzigminütige Busfahrt in die Innenstadt und munkelnde Stimmen, in Blackbird Leys sei es gefährlich für kleine Mädchen wie mich… Alsdann geschah es, dass die rettende Fee Rahel mir den Kontaktdraht zu ihren Klassenkameraden Maike und Matthias legte. Die Chemie stimmte, nur bedürfte es wohl weiterer Chemikalien in der trautseligen Hütte, die wir uns heute gemeinsam ansahen. Die Schlafzimmer: absolut ok, nur droht demnächst ein Kampf um die beiden größeren Schlafgemächer zu entbrennen. Das Bad: ein Desaster. Es schimmelt munter vor sich her. Aber vielleicht lässt sich da ja etwas machen. Die Küche: da reden wir nochmal drüber. Da muss einfach mal ordentlich sauber gemacht werden. Ich hoffe, der mir bis zur Hüfte reichende Kühlschrank reicht für drei Personen (hier in der residence hat bisher leider nur eine vereinzelte Flasche Milch von mir ein Plätzchen gefunden), ansonsten bin ich optimistisch. Das Wohnzimmer: da stand ein Wäscheständer herum. Das finde ich gut. Dass der Fernseher nur vier Programme empfängt, stört mich nicht. Ich glotz ja kein TV.
Aber ich denke, in the whole, das wird schon. Mädchen soll sich mal nicht so anstellen, es sind nur sechs Monate und hej, die beiden Mitsuchenden sind absolut cool! Ich freue mich schon auf berauschende Nächte, hihi.

von caroline

Streifzüge durchs Grüne

Montag, 8. September 2008 at 23:26

Am Wochenende streifte ich durch Wald und Wiesen, mal in Begleitung von Rahel, dann wieder auf eigene Faust die Umgebung erkundend. Und den Fotoapparat hatte ich diesmal auch dabei. Schauet und staunt über ein bezauberndes Oxford!

Eingang zu den University Parks.

Manchmal können Bäume leuchten.

Meine Schuhe drohen auseinanderzufallen.

Das ist Rahel aus der Schweiz.

Den restlichen Samstag bummelten wir durch die Innenstadt, suchten Regenjacken und mal mehr, mal weniger ideales Schuhwerk für sintflutartige Regenschauer; letztendlich interessierten wir uns dann aber doch mehr für den vier Etagen einnehmende Buchladen und stöberten wissbegierig und staunend in dem umfangreichen Angebot an Kunst- und Geschichtsbüchern. Ich weiß schon, wo ich demnächst meine freie Zeit vertrödeln werde!

Am Sonntagmorgen konnte ich mich auch endlich zum Joggen aufraffen, ich landete im Headington Hill Park und den ersten Teil der Strecke ging es erst einmal bergauf. Schnauf, ächz, aber ich gab mir einen Ruck, rief mir in Erinnerung, dass ich vor Kurzem noch mit meiner Gruppe für den 25 Stundenlauf trainiert hatte (an dessen Teilnahme mich ja leider meine Abwesenheit hindert, lala) und schon konnte ich garnicht mehr genug davon bekommen, quietschvergnügt durch den Matsch zu hopsen.
Später motivierte mich das gute Wetter für einen weiteren Ausflug und ich landete in Christ Church Meadows.

Überquerung der Magdalen Bridge.

Der Kleine war sehr zutraulich.

Harry Potter kommt auch gleich vorbei.

Stehendes Gewässer.

Einfach ein wunderschönes Fleckchen Erde. Und morgen werde ich mir Alice in Wonderland kaufen.

von caroline